EN 374 und Schutzklassen bei Einweghandschuhen – Typ A, B und C, PSA Kategorie III und AQL einfach erklärt

EN 374 & Schutzklassen bei Einweghandschuhen einfach erklärt

Einweghandschuh ist nicht gleich Einweghandschuh. Besonders bei professionellen Anwendungen ist nicht nur das Material entscheidend, sondern auch die Frage, gegen welche Risiken ein Handschuh tatsächlich geprüft wurde.

Eine der wichtigsten Normen für Chemikalienschutzhandschuhe ist die EN ISO 374. Sie hilft dabei, geeignete Handschuhe für den Umgang mit Chemikalien und Mikroorganismen auszuwählen.

Was bedeutet EN ISO 374?

Die EN ISO 374 beschreibt Anforderungen an Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen.

Bei Einweghandschuhen aus Nitril findet man häufig Kennzeichnungen wie:

EN ISO 374-1 Typ A, Typ B oder Typ C

Diese Einstufung sagt unter anderem aus, gegen wie viele definierte Prüfchemikalien ein Handschuh eine bestimmte Mindestdurchbruchzeit erreicht.

Was bedeutet Typ A, Typ B und Typ C?

Typ A

Ein Handschuh der EN ISO 374-1 Typ A muss bei mindestens sechs Prüfchemikalien eine Permeationsleistung von mindestens Level 2 erreichen.

Typ A steht damit für einen besonders umfangreichen geprüften Chemikalienschutz.

Typ B

Bei Typ B muss der Handschuh bei mindestens drei Prüfchemikalien mindestens Permeationslevel 2 erreichen.

Solche Handschuhe können sich für professionelle Anwendungen eignen, bei denen ein definierter Chemikalienschutz erforderlich ist.

Typ C

Bei Typ C muss mindestens eine Prüfchemikalie Permeationslevel 1 erreichen.

Auch viele hochwertige Einweg-Nitrilhandschuhe sind als Typ C klassifiziert. Entscheidend ist deshalb immer, welche konkrete Chemikalie geprüft wurde und für welchen Einsatzzweck der Handschuh verwendet werden soll.

Was bedeuten die Buchstaben unter dem Chemikaliensymbol?

Bei Typ-A- und Typ-B-Handschuhen können unter dem entsprechenden Piktogramm Buchstaben wie beispielsweise J, K, P oder T angegeben sein.

Jeder Buchstabe steht für eine bestimmte Prüfchemikalie. Die Buchstabenkombination zeigt deshalb genauer, gegen welche Chemikalien der Handschuh geprüft wurde.

Ein Beispiel ist die Kennzeichnung:

EN ISO 374-1 Typ B – JKPT

Die Kennzeichnung bedeutet nicht, dass der Handschuh gegen jede denkbare Chemikalie schützt. Vor dem Einsatz sollte deshalb immer das Datenblatt des jeweiligen Herstellers berücksichtigt werden.

Was bedeutet EN ISO 374-5?

Die EN ISO 374-5 betrifft den Schutz gegen Mikroorganismen.

Je nach Prüfung kann ein Handschuh Schutz gegen Bakterien und Pilze beziehungsweise zusätzlich gegen Viren bieten.

Ist unter dem entsprechenden Symbol ausdrücklich „VIRUS“ angegeben, wurde der Handschuh zusätzlich entsprechend den Anforderungen der Norm auf Virenpenetration geprüft.

Was bedeutet PSA Kategorie III?

Viele professionelle Chemikalienschutzhandschuhe gehören zur PSA Kategorie III.

Diese Kategorie betrifft persönliche Schutzausrüstung zum Schutz vor Risiken, die schwerwiegende oder irreversible gesundheitliche Folgen haben können.

Die Kennzeichnung sollte jedoch immer zusammen mit den konkreten Normen und Herstellerangaben betrachtet werden.

Welche Rolle spielt der AQL-Wert?

Bei Einweghandschuhen findet man häufig zusätzlich einen AQL-Wert, beispielsweise AQL 1,5.

AQL steht für Acceptable Quality Level und wird unter anderem bei Prüfungen auf Dichtheit verwendet. Vereinfacht gesagt beschreibt der Wert die statistische Qualitätsanforderung innerhalb einer geprüften Produktionsmenge.

Der AQL-Wert ist damit ein wichtiges Qualitätsmerkmal – er ersetzt jedoch nicht die Prüfung der Schutzklasse und der jeweiligen Normen.

Nitril, Latex oder Vinyl – das Material allein reicht nicht

Auch das Material eines Einweghandschuhs ist wichtig. Nitril wird beispielsweise häufig eingesetzt, weil es flexibel, widerstandsfähig und latexfrei ist.

Trotzdem sollte man einen Handschuh nicht allein anhand des Materials oder seiner Materialstärke auswählen.

Für professionelle Anwendungen sind insbesondere relevant:

  • vorgesehener Einsatzbereich
  • geltende Normen
  • Chemikalienschutz
  • Materialstärke und Länge
  • AQL
  • Passform und Größe
  • Lebensmittelkontakt, falls erforderlich
  • Herstellerangaben und technisches Datenblatt

Welcher Einweghandschuh ist der richtige?

Die richtige Wahl hängt immer vom konkreten Einsatz ab. Ein Handschuh für die Lebensmittelverarbeitung muss andere Anforderungen erfüllen als ein Handschuh für Reinigung, Labor, Werkstatt oder den Umgang mit bestimmten Chemikalien.

Deshalb gibt Glovix bei seinen Produkten technische Informationen wie Material, Stärke, Länge, AQL, Schutzklasse und relevante Normen möglichst übersichtlich an.

So können sowohl professionelle Anwender als auch private Verbraucher leichter den passenden Einweghandschuh für ihren Einsatzbereich auswählen.

Fazit: Schutzklassen vor dem Kauf vergleichen

EN ISO 374, PSA-Kategorie und AQL sind weit mehr als technische Angaben auf einer Verpackung. Sie helfen dabei zu beurteilen, welchen geprüften Schutz ein Einweghandschuh tatsächlich bietet.

Wer Handschuhe für professionelle oder anspruchsvolle Anwendungen benötigt, sollte deshalb nicht ausschließlich nach Farbe oder Preis entscheiden, sondern die technischen Eigenschaften und das Herstellerdatenblatt berücksichtigen.

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